Sonntag, 30. Mai 2010

Auch kleine Prinzen werden mal müde...

Schlaf, Kindlein, schlaf...

Die Nächte sind derzeit so, dass man sich schon fast nicht mehr drüber reden traut :-). Matteo hat von gestern 22.00 Uhr abends bis heute um 06.00 Uhr morgens durchgeschlafen! Ich bin gespannt, wie lange das noch so bleibt, denn ich nehme nicht an, dass sich der kleine Mann das auf ewig beibehalten wird :D...

Donnerstag, 27. Mai 2010

Es geht bergauf

Die Biliwerte sind laut Befund vom Dienstag deutlich gesunken und er hat gut zugenommen - jetzt müssen wir vorerst nur noch zu den Herz- und Schädelultraschalls. Der nächste steht dann am Dienstag an. Dort wird dann das Gewicht wieder kontrolliert, ich hoffe aber, dass es jetzt passt :-)

Montag, 24. Mai 2010

Die ersten Ausflüge

Mit Opa kann man gut kuscheln... Aber mit der Mama natürlich auch :-)...
Und mit dem Papa sowieso :-)...

3 Wochen...

ist die Geburt nun her. Die Zeit verläuft zwar wie im Fluge, aber ich merke doch immer wieder, wie stark ich noch daran zu knabbern habe. Es wird wohl noch seine Zeit dauern, bis ich dieses Erlebnis einigermaßen verdaut und ich irgendwann das Gefühl habe, nicht versagt, sondern einen guten "Job" gemacht zu haben. Für mich waren es einfach bis jetzt die schlimmsten 22 Stunden, die ich je erlebt habe. Ich bin ein kleiner Perfektionist und wollte mir so viel Schwäche nicht eingestehen. Es geht einfach nicht in meinen Kopf rein, wie so viele Frauen die Geburt mit Links meistern und lieber 10 Kinder kriegen, bevor sie zum Zahnarzt gehen. Wenn ich solche Sachen höre, zweifle ich einfach wahnsinnig an mir selbst und habe das Gefühl, ein wahres "Weichei" zu sein, da es für mich so schlimm war. Hab ich mir die stundenlangen Schmerzen nur eingebildet, mich übertrieben hineingesteigert, war es denn wirklich so - diese Gedanken kreisen immer und immer wieder in meinem Kopf. Ich weiß, dass das für viele nicht nachvollziehbar ist, dass man sich im Nachhinein noch solche Gedanken darüber macht und es nicht einfach akzeptierten kann wie es war, aber ich kann meine Gefühle derzeit nicht abschalten (und das hat wohl doch noch stark etwas mit dem "Wochenbett" zu tun...). In den kommenden Wochen werde ich gleich mal schauen, dass ich einen Termin bei meiner Kinesiologin bekomme, um das Erlebte ein bisschen schneller verarbeiten zu können.

Außerdem leide ich noch sehr unter den Folgen meines Steißbeinbruchs. Mittlerweile bin ich überzeugt davon, dass es gebrochen ist, denn diese Schmerzen sind doch echt nicht normal. Hab mir schon 2 verschiedene homöopathische Sachen geholt und nehm die auch eifrig ein, eine Besserung gabs aber bisher nicht. Sitzen, umdrehen im Bett, laufen - das sind alles Dinge, die mit großen Schmerzen verbunden sind und das kotzt mich mittlerweile nur noch an...

Donnerstag, 20. Mai 2010

Hmmmmm....

Die heutige Untersuchung im Krankenhaus war wieder einmal alles andere als beruhigend. Der Biliwert ist im Blut gemessen mittlerweile auf 17,8 angestiegen und zugenommen hat der kleine Mann von vorgestern auf heute nur 10g. Bei der Untersuchung meinte dann die Ärztin ob er denn schon länger so atmet wie er atmet, denn er hätte eine "Schaukelatmung" - mir wäre das aber bis jetzt noch nicht aufgefallen...Und um sicher zu gehen, haben dann 3 Ärztinnen gleich noch einen Herzschall gemacht - wie beunruhigend das für mich war, kann man sich sicher vorstellen :-(! Das Herz ansich ist aber unverändert.

Jetzt muss ich mir heute eine Babywaage holen, damit ich kontrollieren kann wieviel er pro Trinken zu sich nimmt. Sie meinen nämlich, dass ich evt. zu wenig Milch habe oder er zu wenig trinkt oder ihm das Saugen vielleicht zu anstrengend ist. Ich glaub das alles aber nicht, wenn ich ehrlich bin. Matteo wird von selbst munter - zwischen 3-6 Stunden schläft er dazwischen. Wenn er dann trinkt, dann trinkt er total brav und saugt sehr stark. Anhand des Schluckens und der raussprudelnden Milch in den Mundwinkeln, nehm ich aber einfach mal an, dass ich mehr als genug Milch habe und ich kann es einfach nicht glauben, dass mich da mein Gefühl so täuschen soll...Danach ist er oft bis zu 2 Stunden wach, wirkt überhaupt nicht schlapp oder müde, hält schon super sein Köpfchen, schwitzt nicht oder sonst irgendwas. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr was ich denken soll. Die Kontrollen sind ja schön und gut, aber sie verunsichern mich dermaßen, dass ich schon total an mir selbst zweifle...Jetzt muss ich morgen wieder hin und wenn der Wert wieder gestiegen ist, dann kann es sein, dass wir stationär aufgenommen werden - ich hoffe aber bei Gott nicht...

EDIT: Der Biliwert ist heute deutlich niedriger im Blut gewesen - von 17 ist er auf 14 zurückgegangen - da hab ich schonmal aufgeatmet :-)! Gestern hab ich mir dann eine Waage besorgt und ihn vor und nach dem Stillen gewogen - 100ml hat er getrunken, also völlig ausreichend für sein Alter - und an zu wenig Milch liegt gar nix! Heute hatte er 20g mehr, also auch net viel und da hat sie gemeint "ja, damit bin ich zufrieden"?!?! Da soll sich noch jemand auskennen...Aber mir solls Recht sein, denn ich bin sowieso auch der Meinung, dass er nicht ständig soviel auf einmal zunehmen kann und das eben schubweise geht.

Heute haben sie ihm am Kopf wieder Blut abgenommen - das ist ja wirklich das Schlimmste für die Kleinen - da schreien sie sich dabei die Seele aus dem Leib weils so weh tut...Außerdem hat der Primarius dann gleich nochmals einen Herzschall gemacht, wofür der dann gestern war weiß ich nicht. Aber ich bin ja immer froh wenn Dr. Emhofer draufschaut, schließlich kennt er sich in Sachen Herz am besten aus. Jetzt haben wir mal Ruhe bis am Dienstag und dann hoffe ich, dass wir "nur" noch wöchtentlich hin müssen...

Danke für die lieben Wünsche und Gedanken - eure Daumen können wir auch weiterhin brauchen :-)!

Dienstag, 18. Mai 2010

Kann man Liebe teilen?

Marco und ich hatten immer Angst davor, ein zweites Kind nicht so lieben zu können wie unsere Chiara. Unsere Liebe zu ihr war schließlich schon so groß - kann man diese Liebe auch für ein zweites Kind entwickeln, wird man es genauso lieben können? Monatelang macht man sich darüber Gedanken und plötzlich ist ein zweites Wesen da, das durch uns entstanden ist.
Und dann stellt man sich diese Fragen plötzlich nicht mehr, denn sie ist einfach da, als wäre sie schon immer hier gewesen -
diese unbeschreiblich große Liebe...

Montag, 17. Mai 2010

Sorgen, Sorgen, Sorgen

Heute war ich mit Matteo zur Kontrolle im Krankenhaus. Dort musste der Biliwert (Gelbsucht) kontrolliert werden und das Gewicht. Der Wert ist auf 15,8 angestiegen und zugenommen hat der kleine Mann seit unserer Entlassung nur 10g und das ist leider etwas wenig. Jetzt müssen wir morgen gleich wieder hin, bin gespannt was dann die Frau Dr. Gmainer dazu sagt...

EDIT: Jetzt hab ich nochmals bei den Untersuchungsergebnissen von Linz nachgesehen. Da hatte er letzte Woche Dienstag ein Gewicht von 3125g und heute 3190g - nicht viel, aber immerhin mehr, als die in Steyr angenommen haben....In Summe hat er jetzt seit der Geburt rund 500g zugenommen, da er erst 100g abgenommen hat. Natürlich ist es in den letzten Tagen nicht soooo viel gewesen, aber der kann doch nicht pro Woche ein halbes Kilo zunehmen, da wäre er ja ein dicker Wuzi innerhalb kürzester Zeit. Naja, mal abwarten was sie morgen sagen...

EDIT: Heute bin ich wieder viel beruhigter - Matteo hatte heute 3220g, also von gestern auf heute 30g zugenommen und das passt gut. Der Biliwert hat heute 15,2 betragen, war also auch ok. Das nächste Mal müssen wir am Donnerstag zur Kontrolle, bin aber bester Hoffnung, dass dann auch wieder alles in Ordnung sein wird :-).

Sonntag, 16. Mai 2010

Mein erstes Bad

Heute stand das erste Bad an mit unserem Spatz. Er genießt es immer total! Da er eine so trockene Haut hat, hab ich heute ins Badewasser ein bisschen Olivenöl gegeben. Sein Haar glänzt jetzt zwar etwas fettig, aber Hauptsache ist, er hat eine geschmeidige Haut :D! Chiara hat mich natürlich tatkräftig unterstützt und war total aufgeregt :-)!


...und danach ist der kleine Mann total zufrieden...

Das wollte ich hier auch noch festhalten - mein Bruder und seine Freundin Sabine haben uns einen total süßen Storch vorm Haus aufgestellt und ich hoffe, dass wir rund um den 27. Dezember 2010 auch bei ihnen einen aufstellen können :-).

Samstag, 15. Mai 2010

Eine natürliche Geburt...

hat auch sein Gutes :D - ich merke, dass sich mein Körper viel, viel schneller als nach Chiaras Kaiserschnitt zurückbildet. Dem Bauch kann ich jeden Tag quasi zusehen wie er kleiner wird! Hab heute mal aus Neugierde gemessen und mein Bauchumfang beträgt mittlerweile 86cm. Natürlich noch um einiges mehr als vor der Schwangerschaft, aber ich bin absolut zufrieden damit und vor allem happy, dass mir eine Jeans schon wieder passt :D! Nach der Entlassung hab ich mich bei meiner Mama auf die Waage gestellt und 4-5kg mehr als vor der Schwangerschaft find ich nicht ganz 1,5 Wochen nach der Geburt absolut in Ordnung :-)! Nach Chiaras Geburt hat mich das total beschäftigt, der Bauch kam mir noch so riesig vor und alles war so schwammig - jetzt ist mir das ganze relativ egal - mit zwei Kindern hat man auch kaum Zeit, sich über diese Dinge Gedanken zu machen - wie schön :D!

Donnerstag, 13. Mai 2010

Seit gestern...

sind wir endlich zuhause angekommen und ich bin sehr, sehr froh darüber! 11 Tage Krankenhaus haben mir nun wirklich gereicht und ich genieße es sehr, dass wir uns nun zuhause einleben können. Marco macht grad mit Chiara einen Regenspaziergang, drum nutz ich die Zeit, um ein kurzes Update zu schreiben :-).

Vorgestern, also am Dienstagvormittag, hatten wir die Herzuntersuchung in der Kinderklinik in Linz. Die Diagnose von Steyr wurde bestätigt und wir müssen jetzt ständig zur Kontrolle (mindestens alle 2 Wochen, abwechselnd in Steyr und Linz). Ich war sehr erleichtert, dass wir nicht gleich operieren müssen, denn jetzt ist er einfach noch so klein und zerbrechlich, das wär ein großer Schock für mich gewesen! Im besten Fall ist es jetzt so, dass der Gewebsfetzen zusammenschrumpft und das Loch verschließt und die Aorta breit genug ist und genug Blut durchlässt. Sollte das nicht der Fall sein, so kann es in den kommenden Monaten noch zu einer OP kommen, aber wir werden sehen...Dieses überschüssige Gewebe kommt anscheinend nicht oft vor, das haben die Herzspezialisten in Linz auch gesagt. Wenn er aber weiterhin so gut zunimmt und keine Anzeichen von Blauwerden, Schweiß auf der Stirn während dem Trinken oder schnelles Atmen aufweist, dann brauch ich mir vorerst keine Sorgen zu machen. Nach diesem Termin war ich fix und fertig - die ganze Anspannung der letzten Tage hat vorerst nachgelassen und ich war wie erschlagen. Man macht sich einfach wahnsinnige Sorgen, auch wenn ich noch so "cool" bleiben möchte...

Ansonst ist unser Zwerg aber ein absolut süßes und ausgeglichenes Bürschchen. Ich hoffe sehr, dass das so bleibt :-)! Er schläft total viel und trinkt wie ein Weltmeister - danach hat er wieder für 5-6 Stunden genug. Ab und zu zwickt es ihn ein bisschen, aber eher weil er so viel Milch kriegt und dann einige Male aufstoßen muss :-). Die Nächte sind daher bis jetzt noch recht mühelos, denn 1x Stillen ist ja so gut wie nix :-)!

Ich möchte hier natürlich auch einen Geburtsbericht festhalten - für alle, die noch kurz davor sind, würd ich das einfach nicht lesen :D, goi Nicky (obwohl, du bist ja eh schon ein "alter" Hase in Sachen Kinderkriegen *gg*). Er wird wohl sehr ausführlich werden, aber das brauch ich einfach :D: Am Sonntag, den 2. Mai, waren wir mittags bei den Schwiegereltern essen. Mein Schwiegervater hat mir mittels Bowtech den Steißbeingriff gemacht - der soll anscheinend die Wehen einleiten. Nichtsahnend sind wir dann am Nachmittag mit Elke, Christian und Lilia in den Haager Tierpark gefahren. Dort hatte ich die üblichen Vorwehen und oftmals einen harten Bauch, aber das war ich ja von den letzten Monaten schon gewöhnt. Dort hab ich mit der Elke noch alle Eventualitäten einer Geburt durchgespielt und wir waren uns einig - eine Geburt mit vorzeitigem Blasensprung möchten wir auf keinen Fall :D...Nach 4 Stunden Rumlaufen im Tierpark beschlossen wir, noch auf eine schnelle Jause zum Mostbauern nach Weistrach zu fahren. Ich hab mich richtig drauf gefreut, denn Hunger hatte ich ja immer :-)! Kaum sind wir dort angekommen und haben uns eine Jause bestellt, kam ich mir plötzlich etwas nass im Höschen vor :D...Ich glaub ich hab vor Schock alle Farben im Gesicht gespielt. Nachdem ich zur Elke gesagt habe "du Elke, ich glaub da rinnt was aus bei mir", wurde auch diese etwas nervös und hat mich sofort auf die Toilette gescheucht. Dort war schnell klar - das muss Fruchtwasser sein und ich hab sofort im Krankenhaus angerufen. Die haben mich gleich herbestellt, denn Ferndiagnosen können auch sie schlecht stellen :D...In der Gaststube waren wir natürlich schon Thema Nr. 1 und bevor Marco und ich fuhren, bekam ich noch die besten Wünsche von allen auf den Weg mit :-)! Chiara blieb noch bei den Dreien und wurde dann nach der Jause bei meinen Eltern abgeliefert.

Ich hab natürlich inzwischen meine Mama informiert, aber die wollte mir erst nach ein paar Minuten glauben, dass das kein Scherz war und es tatsächlich losgeht :D - schließlich hatten wir erst vor einer Stunde miteinander telefoniert und gescherzt, weil sie wiedereinmal ihr Handy bei einer Bergwanderung nicht mit hatte - typisch :D!

Wir sind so gegen 20 Uhr im Krankenhaus angekommen. Dort wurde dann ein CTG gemacht, geschaut ob es sich wirklich um Fruchtwasser handelt (obwohl das bei den Massen an Wasser das abging nicht mehr nötig war) und eine Ultraschalluntersuchung gemacht. Mit dem Baby war alles in Ordnung, also hieß es jetzt Abwarten. Wir durften ein Kreiszimmer beziehen, ich ging mich duschen und Marco fuhr noch schnell eine Pizza essen, weil er doch recht hungrig war. Außerdem mussten wir auch unsere Sachen holen, schließlich hatten wir nix mitgenommen. Nachdem ich auch noch kaum merkliche Wehen hatte, hab ich mir da überhaupt nichts dabei gedacht. Zu diesem Zeitpunkt war mein Muttermund fingerdurchlässig und der Gebärmutterhals noch elendslang - eine etwas ernüchternde Diagnose...Ab Mitternacht wurde dann die Wehen etwas stärker und so, dass ich sie bereits veratmen musste. An Schlafen war meinerseits nicht zu denken, denn alle 10 Minuten kamen sie. Die Hebamme hatte mir zwar eine krampflösende Infusion gegeben, aber genutzt hat die gar nix, ich hab die ganze Nacht kein Auge zugetan...

12 Stunden nach dem Blasensprung bekam ich zum ersten Mal Antibiotikum und einige Stunden später nochmals. Um 9.00 Uhr morgens wurde ich dann erneut untersucht. Der Muttermund war nun ungefähr bei 2cm und der Gebärmutterhals deutlich verkürzt, es ging wenigstens ein bisschen was weiter. Nun wurden wir auf die Reise geschickt - Treppen rauf und runter - gehen, gehen, gehen. Zwischendurch sollte ich mal Frühstücken, aber ich konnte nichts essen, denn die Wehen waren schon so stark, dass ich ständig dabei aufstehen und sie ordentlich veratmen musste. Meine Kräfte ließen natürlich von Stunde zu Stunde nach und zwischendurch war ich richtig enttäuscht und zwei Mal in Tränen aufgelöst, weil ich doch eine rasche Geburt haben wollte und ich mir soooo "wehleidig" (wie es bei uns so schön heißt) vorkam. Mittags war der Muttermund dann 3-4cm offen. Bei dieser Untersuchung hat sie mir auch den Muttermund nach vor gezogen und gedehnt - währenddessen wurde eine ganz starke Wehe ausgelöst - man kann sich vorstellen, wie angenehm das war...Meine Hebamme hat mir dann geraten, einen Einlauf zu machen und in die Badewanne zu gehen. Da ich ja bei Chiara einen Kaiserschnitt hatte, durften sie mir absolut nichts wehenförderndes geben und ich musste einfach mit natürlichen Mitteln versuchen, die Geburt voranzutreiben. Um 13 Uhr ließ ich mir den Einlauf machen - das war gar nicht schlimm und ich hab gemerkt, wie die Wehen nun immer noch heftiger wurden. Die Abstände waren aber immer noch bei ca. 7 Minuten. Um ca. 15.00/15.30 Uhr ging ich dann in die Badewanne, obwohl ich wirklich nicht gerne bade und das vom Kreislauf her auch nicht mag, aber ich wollte einfach alles machen was sie mir sagt. Darin habe ich es aber nicht lange ausgehalten und ich bin um kurz nach 16.00 Uhr wieder raus, da die Wehen einfach immer stärker und unerträglicher wurden. Mir war es so unangenehm, dass ich schon so laute Töne von mir geben musste, aber ich hätte es sonst nicht ausgehalten (ich hab nur getönt, nicht geschrien - zu diesem Zeitpunkt auf alle Fälle noch nicht :D). Ich hab mich ständig dafür entschuldigt, obwohl ich wohl die einzige war, die sich darüber Gedanken gemacht hat - Marco und Nina, die Hebamme, haben meine Entschuldigungen eher genervt :D...

Um halb fünf war ich dann am Ende mit meinen Kräften. Ich hatte nichts geschlafen, nichts gegessen und konnte einfach nicht mehr. Der Gedanke, dass diese schmerzhaften Wehen noch stundenlang andauern, da der Muttermund noch immer bei 3-4cm war, hat mich einfach fertig gemacht. Während ganz starken Wehen hab ich zu Marco gesagt "es tut mir so leid, aber ich kann nicht mehr, ich muss fragen ob ich eine PDA haben kann". Nina machte mir da aber nicht allzu große Hoffnungen, da auch dies eigentlich bei einem vorangegangenen Kaiserschnitt nicht möglich ist - reißt die Naht könnte ich es nämlich nicht spüren und das wäre zu riskant. Nichts desto trotz hat sie aber gleich den Arzt geholt und er hat mir gut zugesprochen und gemeint, dass wir es trotz Kaiserschnitt mit einer PDA probieren können, da er gesehen hat wie ich kämpfe. Nina hat mich dann gleich an die Infusionen angehängt zur Stärkung des Kreislaufes. Frustrierend war nur, dass ich wusste, dass die sicher fast 3 Stunden brauchen um leer zu sein und ich noch so lange diese schlimmen Schmerzen ertragen musste.

Kurz vor 17 Uhr hatte ich plötzlich während einer Wehe einen Pressdrang. Ich habs natürlich total zurückgehalten, da ich wusste "bei 3-4cm darf man auf keine Fälle pressen, das wär ja fatal". Nachdem ich das der Nina gesagt hatte, meinte sie dann "ok, dann schau ich nochmals nach" und ich konnte es nicht glauben, dass ich dann den Satz hörte "8cm - spitze, jetzt haben wir es fast geschafft - noch nicht voll mitpressen, aber dem Drang soweit nachgeben wie es für dich richtig ist"! Und dann ging es auch schon los mit dem Pressen und bei Ninas Satz "ich bereite dann mal alles für die Geburt vor", hat mich Marco nochmals so richtig angespornt und gesagt "hast du das gehört - jetzt hast du es bald geschafft"! Die ca. 8 Presswehen waren aber nochmals der Hammer und ich dachte einfach nur, dass es das nicht gibt und ich den Kopf da einfach nie rauspressen kann. Es war so ein entsetzlicher Druck, alles hat gebrannt wie Feuer und es war eine große Überwindung für mich, über diese gewisse Spannung drüberzupressen und Vertrauen in meinen eigenen Körper zu haben, dass das alles seinen richtigen Lauf nimmt. Ich war so froh, dass zu dieser Zeit keiner mehr auf der Station war und die 2. Hebamme auch dazugekommen ist. Die hat mich auch nochmals total unterstützt und mir gut zugeredet und um 17.24 Uhr hatte ich es dann endlich geschafft - unser kleiner Matteo erblickte das Licht der Welt. Ich war so froh, erleichtert, aber auch absolut fertig und zu ko, um überhaupt dieses Glück zu fassen - nicht mal geweint habe ich, sehr komisch war das...Marco hingegen hat seinen Tränen freien Lauf gelassen und er hat danach gemeint, dass er einfach so überwältigt war was ich durchgestanden habe - das hätte er mir nie zugetraut. Matteo hatte eine eigentümliche blau marmorierte Farbe, das haben wir gleich gesehen. Drum wurde unverzüglich Dr. Farid hinzugerufen und nachdem er auch etwas beim Herzen gehört hat, hat er ihn gleich mit auf die Neonatologie genommen.

Danach musste ich mich noch dem Nähen hingeben, denn ich hatte einen Dammriss 2. Grades und einige andere Stellen, die genäht werden mussten. Das Nähnen ansich hab ich nicht gespürt, aber die Spritzen davor - einfach furchtbar! Das Schlimmste war aber danach, als mir der Arzt das restliche Blut aus meinem Bauch rausgedrückt hat. Ich hatte dadurch so eine starke Nachwehe, dass ich reflexartig dem Doktor die Hand wegreißen wollte (ist mir aber eh nicht gelungen :D) und ich am liebsten auf die Decke gehüpft wäre. Aber auch das war Gott sei Dank irgendwann überstanden. Um 20 Uhr durfte ich dann endlich aufstehen und hab gleich gemerkt, dass ein lautes Knacken während dem Pressen nicht ohne Folgen sein würde. Ich habe mir doch tatsächlich das Steißbein an- oder gebrochen - keine Ahnung. Ich hab auf alle Fälle große Schmerzen, es wird zwar Gott sei Dank immer besser, aber lustig ist es nach wie vor nicht.

Aufgrund der ewiglangen Geburt (22 Stunden gesamt), der Tatsache, dass Matteo nicht bei mir bleiben durfte und ich auch danach große Schmerzen wegen dem Steißbein habe, fehlt mir ehrlich gesagt bis jetzt dieses totale Glücksgefühl einer natürlichen Geburt und das finde ich sehr, sehr schade. Ich frage mich einfach, wofür ich diese ganzen stundenlangen Qualen auf mich genommen habe - obwohl ich natürlich weiß, dass es für Matteo das Beste war. Aber Gefühle kann man nunmal nicht ausschalten. Jetzt kommen auch noch die Sorgen um unseren kleinen Mann dazu und drum ist mir schon manchmal einfach nur nach Weinen zumute. Für Chiara muss ich mich aber zusammenreißen - ich hoffe, dass ich bald auf die Geschehnisse mit einem Lächeln zurückblicken kann.

Marco war mir während der ganzen Geburt eine riesengroße Stütze und Hilfe und ich hätte keine einzige Wehe ohne ihn überstanden. Er hat nicht viel getan, aber ich hab seine Hand gedrückt und er hat mir immer wieder gesagt wie gut ich das mache und wie stolz er auf mich ist - ich bin unglaublich froh, dass ich ihn habe :-)!

Sonntag, 9. Mai 2010

Und da ist er:

Unser kleiner Schatz Matteo, geboren am 3. Mai 2010 um 17.24 Uhr mit einem Geburtsgewicht von 2810g, einer Körpergröße von 47cm und einem Kopfumfang von 33cm. Wir sind so verliebt in unseren Schatz und ich könnt ihn unentwegt abknutschen :D!

Leider ist unser Schatz nach wie vor im Krankenhaus und ich eigentlich auch. Ich hab mir nur über Mittag mal eine Stillpause gegönnt (dank Abpumpen wird er aber mit einem Muttermilchfläschchen versorgt) und bin mit meinen beiden Lieben Essen gegangen - jetzt gehts dann wieder zurück ins Krankenhaus. Matteo hat einen Infekt und das Herz gehört noch beobachtet. Ein kleines Loch ist noch offen und ein reinhängender Gewebsfetzen verengt das ganze ein bisschen. Außerdem ist die Aorta etwas enger und diese Kombination muss noch überwacht werden. Nächste Woche haben wir noch einen Termin in der Kinderklinik in Linz und ich hoffe, dass sie uns dann das OK zum Nachhausegehen geben - haltet uns bitte ganz fest die Daumen!!