sind wir endlich zuhause angekommen und ich bin sehr, sehr froh darüber! 11 Tage Krankenhaus haben mir nun wirklich gereicht und ich genieße es sehr, dass wir uns nun zuhause einleben können. Marco macht grad mit Chiara einen Regenspaziergang, drum nutz ich die Zeit, um ein kurzes Update zu schreiben :-).
Vorgestern, also am Dienstagvormittag, hatten wir die Herzuntersuchung in der Kinderklinik in Linz. Die Diagnose von Steyr wurde bestätigt und wir müssen jetzt ständig zur Kontrolle (mindestens alle 2 Wochen, abwechselnd in Steyr und Linz). Ich war sehr erleichtert, dass wir nicht gleich operieren müssen, denn jetzt ist er einfach noch so klein und zerbrechlich, das wär ein großer Schock für mich gewesen! Im besten Fall ist es jetzt so, dass der Gewebsfetzen zusammenschrumpft und das Loch verschließt und die Aorta breit genug ist und genug Blut durchlässt. Sollte das nicht der Fall sein, so kann es in den kommenden Monaten noch zu einer OP kommen, aber wir werden sehen...Dieses überschüssige Gewebe kommt anscheinend nicht oft vor, das haben die Herzspezialisten in Linz auch gesagt. Wenn er aber weiterhin so gut zunimmt und keine Anzeichen von Blauwerden, Schweiß auf der Stirn während dem Trinken oder schnelles Atmen aufweist, dann brauch ich mir vorerst keine Sorgen zu machen. Nach diesem Termin war ich fix und fertig - die ganze Anspannung der letzten Tage hat vorerst nachgelassen und ich war wie erschlagen. Man macht sich einfach wahnsinnige Sorgen, auch wenn ich noch so "cool" bleiben möchte...
Ansonst ist unser Zwerg aber ein absolut süßes und ausgeglichenes Bürschchen. Ich hoffe sehr, dass das so bleibt :-)! Er schläft total viel und trinkt wie ein Weltmeister - danach hat er wieder für 5-6 Stunden genug. Ab und zu zwickt es ihn ein bisschen, aber eher weil er so viel Milch kriegt und dann einige Male aufstoßen muss :-). Die Nächte sind daher bis jetzt noch recht mühelos, denn 1x Stillen ist ja so gut wie nix :-)!
Ich möchte hier natürlich auch einen Geburtsbericht festhalten - für alle, die noch kurz davor sind, würd ich das einfach nicht lesen :D, goi Nicky (obwohl, du bist ja eh schon ein "alter" Hase in Sachen Kinderkriegen *gg*). Er wird wohl sehr ausführlich werden, aber das brauch ich einfach :D: Am Sonntag, den 2. Mai, waren wir mittags bei den Schwiegereltern essen. Mein Schwiegervater hat mir mittels Bowtech den Steißbeingriff gemacht - der soll anscheinend die Wehen einleiten. Nichtsahnend sind wir dann am Nachmittag mit Elke, Christian und Lilia in den Haager Tierpark gefahren. Dort hatte ich die üblichen Vorwehen und oftmals einen harten Bauch, aber das war ich ja von den letzten Monaten schon gewöhnt. Dort hab ich mit der Elke noch alle Eventualitäten einer Geburt durchgespielt und wir waren uns einig - eine Geburt mit vorzeitigem Blasensprung möchten wir auf keinen Fall :D...Nach 4 Stunden Rumlaufen im Tierpark beschlossen wir, noch auf eine schnelle Jause zum Mostbauern nach Weistrach zu fahren. Ich hab mich richtig drauf gefreut, denn Hunger hatte ich ja immer :-)! Kaum sind wir dort angekommen und haben uns eine Jause bestellt, kam ich mir plötzlich etwas nass im Höschen vor :D...Ich glaub ich hab vor Schock alle Farben im Gesicht gespielt. Nachdem ich zur Elke gesagt habe "du Elke, ich glaub da rinnt was aus bei mir", wurde auch diese etwas nervös und hat mich sofort auf die Toilette gescheucht. Dort war schnell klar - das muss Fruchtwasser sein und ich hab sofort im Krankenhaus angerufen. Die haben mich gleich herbestellt, denn Ferndiagnosen können auch sie schlecht stellen :D...In der Gaststube waren wir natürlich schon Thema Nr. 1 und bevor Marco und ich fuhren, bekam ich noch die besten Wünsche von allen auf den Weg mit :-)! Chiara blieb noch bei den Dreien und wurde dann nach der Jause bei meinen Eltern abgeliefert.
Ich hab natürlich inzwischen meine Mama informiert, aber die wollte mir erst nach ein paar Minuten glauben, dass das kein Scherz war und es tatsächlich losgeht :D - schließlich hatten wir erst vor einer Stunde miteinander telefoniert und gescherzt, weil sie wiedereinmal ihr Handy bei einer Bergwanderung nicht mit hatte - typisch :D!
Wir sind so gegen 20 Uhr im Krankenhaus angekommen. Dort wurde dann ein CTG gemacht, geschaut ob es sich wirklich um Fruchtwasser handelt (obwohl das bei den Massen an Wasser das abging nicht mehr nötig war) und eine Ultraschalluntersuchung gemacht. Mit dem Baby war alles in Ordnung, also hieß es jetzt Abwarten. Wir durften ein Kreiszimmer beziehen, ich ging mich duschen und Marco fuhr noch schnell eine Pizza essen, weil er doch recht hungrig war. Außerdem mussten wir auch unsere Sachen holen, schließlich hatten wir nix mitgenommen. Nachdem ich auch noch kaum merkliche Wehen hatte, hab ich mir da überhaupt nichts dabei gedacht. Zu diesem Zeitpunkt war mein Muttermund fingerdurchlässig und der Gebärmutterhals noch elendslang - eine etwas ernüchternde Diagnose...Ab Mitternacht wurde dann die Wehen etwas stärker und so, dass ich sie bereits veratmen musste. An Schlafen war meinerseits nicht zu denken, denn alle 10 Minuten kamen sie. Die Hebamme hatte mir zwar eine krampflösende Infusion gegeben, aber genutzt hat die gar nix, ich hab die ganze Nacht kein Auge zugetan...
12 Stunden nach dem Blasensprung bekam ich zum ersten Mal Antibiotikum und einige Stunden später nochmals. Um 9.00 Uhr morgens wurde ich dann erneut untersucht. Der Muttermund war nun ungefähr bei 2cm und der Gebärmutterhals deutlich verkürzt, es ging wenigstens ein bisschen was weiter. Nun wurden wir auf die Reise geschickt - Treppen rauf und runter - gehen, gehen, gehen. Zwischendurch sollte ich mal Frühstücken, aber ich konnte nichts essen, denn die Wehen waren schon so stark, dass ich ständig dabei aufstehen und sie ordentlich veratmen musste. Meine Kräfte ließen natürlich von Stunde zu Stunde nach und zwischendurch war ich richtig enttäuscht und zwei Mal in Tränen aufgelöst, weil ich doch eine rasche Geburt haben wollte und ich mir soooo "wehleidig" (wie es bei uns so schön heißt) vorkam. Mittags war der Muttermund dann 3-4cm offen. Bei dieser Untersuchung hat sie mir auch den Muttermund nach vor gezogen und gedehnt - währenddessen wurde eine ganz starke Wehe ausgelöst - man kann sich vorstellen, wie angenehm das war...Meine Hebamme hat mir dann geraten, einen Einlauf zu machen und in die Badewanne zu gehen. Da ich ja bei Chiara einen Kaiserschnitt hatte, durften sie mir absolut nichts wehenförderndes geben und ich musste einfach mit natürlichen Mitteln versuchen, die Geburt voranzutreiben. Um 13 Uhr ließ ich mir den Einlauf machen - das war gar nicht schlimm und ich hab gemerkt, wie die Wehen nun immer noch heftiger wurden. Die Abstände waren aber immer noch bei ca. 7 Minuten. Um ca. 15.00/15.30 Uhr ging ich dann in die Badewanne, obwohl ich wirklich nicht gerne bade und das vom Kreislauf her auch nicht mag, aber ich wollte einfach alles machen was sie mir sagt. Darin habe ich es aber nicht lange ausgehalten und ich bin um kurz nach 16.00 Uhr wieder raus, da die Wehen einfach immer stärker und unerträglicher wurden. Mir war es so unangenehm, dass ich schon so laute Töne von mir geben musste, aber ich hätte es sonst nicht ausgehalten (ich hab nur getönt, nicht geschrien - zu diesem Zeitpunkt auf alle Fälle noch nicht :D). Ich hab mich ständig dafür entschuldigt, obwohl ich wohl die einzige war, die sich darüber Gedanken gemacht hat - Marco und Nina, die Hebamme, haben meine Entschuldigungen eher genervt :D...
Um halb fünf war ich dann am Ende mit meinen Kräften. Ich hatte nichts geschlafen, nichts gegessen und konnte einfach nicht mehr. Der Gedanke, dass diese schmerzhaften Wehen noch stundenlang andauern, da der Muttermund noch immer bei 3-4cm war, hat mich einfach fertig gemacht. Während ganz starken Wehen hab ich zu Marco gesagt "es tut mir so leid, aber ich kann nicht mehr, ich muss fragen ob ich eine PDA haben kann". Nina machte mir da aber nicht allzu große Hoffnungen, da auch dies eigentlich bei einem vorangegangenen Kaiserschnitt nicht möglich ist - reißt die Naht könnte ich es nämlich nicht spüren und das wäre zu riskant. Nichts desto trotz hat sie aber gleich den Arzt geholt und er hat mir gut zugesprochen und gemeint, dass wir es trotz Kaiserschnitt mit einer PDA probieren können, da er gesehen hat wie ich kämpfe. Nina hat mich dann gleich an die Infusionen angehängt zur Stärkung des Kreislaufes. Frustrierend war nur, dass ich wusste, dass die sicher fast 3 Stunden brauchen um leer zu sein und ich noch so lange diese schlimmen Schmerzen ertragen musste.
Kurz vor 17 Uhr hatte ich plötzlich während einer Wehe einen Pressdrang. Ich habs natürlich total zurückgehalten, da ich wusste "bei 3-4cm darf man auf keine Fälle pressen, das wär ja fatal". Nachdem ich das der Nina gesagt hatte, meinte sie dann "ok, dann schau ich nochmals nach" und ich konnte es nicht glauben, dass ich dann den Satz hörte "8cm - spitze, jetzt haben wir es fast geschafft - noch nicht voll mitpressen, aber dem Drang soweit nachgeben wie es für dich richtig ist"! Und dann ging es auch schon los mit dem Pressen und bei Ninas Satz "ich bereite dann mal alles für die Geburt vor", hat mich Marco nochmals so richtig angespornt und gesagt "hast du das gehört - jetzt hast du es bald geschafft"! Die ca. 8 Presswehen waren aber nochmals der Hammer und ich dachte einfach nur, dass es das nicht gibt und ich den Kopf da einfach nie rauspressen kann. Es war so ein entsetzlicher Druck, alles hat gebrannt wie Feuer und es war eine große Überwindung für mich, über diese gewisse Spannung drüberzupressen und Vertrauen in meinen eigenen Körper zu haben, dass das alles seinen richtigen Lauf nimmt. Ich war so froh, dass zu dieser Zeit keiner mehr auf der Station war und die 2. Hebamme auch dazugekommen ist. Die hat mich auch nochmals total unterstützt und mir gut zugeredet und um 17.24 Uhr hatte ich es dann endlich geschafft - unser kleiner Matteo erblickte das Licht der Welt. Ich war so froh, erleichtert, aber auch absolut fertig und zu ko, um überhaupt dieses Glück zu fassen - nicht mal geweint habe ich, sehr komisch war das...Marco hingegen hat seinen Tränen freien Lauf gelassen und er hat danach gemeint, dass er einfach so überwältigt war was ich durchgestanden habe - das hätte er mir nie zugetraut. Matteo hatte eine eigentümliche blau marmorierte Farbe, das haben wir gleich gesehen. Drum wurde unverzüglich Dr. Farid hinzugerufen und nachdem er auch etwas beim Herzen gehört hat, hat er ihn gleich mit auf die Neonatologie genommen.
Danach musste ich mich noch dem Nähen hingeben, denn ich hatte einen Dammriss 2. Grades und einige andere Stellen, die genäht werden mussten. Das Nähnen ansich hab ich nicht gespürt, aber die Spritzen davor - einfach furchtbar! Das Schlimmste war aber danach, als mir der Arzt das restliche Blut aus meinem Bauch rausgedrückt hat. Ich hatte dadurch so eine starke Nachwehe, dass ich reflexartig dem Doktor die Hand wegreißen wollte (ist mir aber eh nicht gelungen :D) und ich am liebsten auf die Decke gehüpft wäre. Aber auch das war Gott sei Dank irgendwann überstanden. Um 20 Uhr durfte ich dann endlich aufstehen und hab gleich gemerkt, dass ein lautes Knacken während dem Pressen nicht ohne Folgen sein würde. Ich habe mir doch tatsächlich das Steißbein an- oder gebrochen - keine Ahnung. Ich hab auf alle Fälle große Schmerzen, es wird zwar Gott sei Dank immer besser, aber lustig ist es nach wie vor nicht.
Aufgrund der ewiglangen Geburt (22 Stunden gesamt), der Tatsache, dass Matteo nicht bei mir bleiben durfte und ich auch danach große Schmerzen wegen dem Steißbein habe, fehlt mir ehrlich gesagt bis jetzt dieses totale Glücksgefühl einer natürlichen Geburt und das finde ich sehr, sehr schade. Ich frage mich einfach, wofür ich diese ganzen stundenlangen Qualen auf mich genommen habe - obwohl ich natürlich weiß, dass es für Matteo das Beste war. Aber Gefühle kann man nunmal nicht ausschalten. Jetzt kommen auch noch die Sorgen um unseren kleinen Mann dazu und drum ist mir schon manchmal einfach nur nach Weinen zumute. Für Chiara muss ich mich aber zusammenreißen - ich hoffe, dass ich bald auf die Geschehnisse mit einem Lächeln zurückblicken kann.
Marco war mir während der ganzen Geburt eine riesengroße Stütze und Hilfe und ich hätte keine einzige Wehe ohne ihn überstanden. Er hat nicht viel getan, aber ich hab seine Hand gedrückt und er hat mir immer wieder gesagt wie gut ich das mache und wie stolz er auf mich ist - ich bin unglaublich froh, dass ich ihn habe :-)!
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

3 Kommentare:
Das ist ja wohl klar, das ICH den Geburtsbericht gaaanz genau lese, oder!! :D
Schwierig hierzu ein Kommentar abzugeben... Den Ablauf einer natürliche Geburt kann man sich leider nicht aussuchen. Schnell - Das würde sich wohl jede Frau wünschen. :) Das du aber nach so vielen Stunden keine Kraft mehr hattest ist ganz klar. Da hast du aber trotzdem tapfer durchgehalten! ;) Das wirklich gemeine an der Sache ist, dass nach all den Anstrengungen dir auch noch das Kind "genommen" wird. Da versteh ich dich voll und ganz, dass dir die Glückshormone etwas fehlen.
Warte ab, bald hast du die anstrengende Geburt vergessen und auch mit Matteo´s Herzchen wird sich alles zum Guten wenden. Da bin ich mir ganz sicher! Dann kommen auch die restlichen Glücksgefühle und du bist eine rundum glückliche Mama!
Ich freu mich so mit euch, dass der Kleine da ist und endlich bei der ganzen Familie zu Hause sein darf! Und außerdem freu ich mich schon, ihn mal persönlich kennenzulernen! :)
Glg Nicky²
...Du hast´s gut, du hast es schon geschafft!! ;)
*drückdichmalganzfest*
Schön, das ihr jetzt alle gemeinsam zu Hause seid und du wirst sehen liebe Katrin, bald wird dein Glück kommen....ich bin mir sicher!
Kann aber verstehen, das nach der harten Zeit nicht viel da ist von den Glückshormonen!
Ich hoffe das mit Matteos Herzchen gibt sich bald und vor allem ohne OP und ich hoffe dir und deinem Steißbein geht es bald besser!
*nochmalganzfestdrück*
LG
Andrea
ehrlich gesagt, fehlen mir jetzt so ein bißchen die richtigen worte...
ich bin für euch sehr froh, dass ihr nach all den verschiedenen herausfordernden situationen endlich zu hause seid. ganz fest wünsche ich euch, dass mit matteos herzchen alles gut wird und ihr leichten herzens euer leben als familie genießen könnt.
es wird alles gut - ganz bestimmt, wir drücken die daumen!
alles alles liebe von uns knabels
Kommentar veröffentlichen